2020 – Los geht’s!

Das neue Jahr ist jetzt ein paar Tage alt, und wenn man einige Leute fragt, auch das neue Jahrzehnt oder die neue Dekade … aber ist das jetzt ein Neuanfang, das Ende einer Ära, oder geht eigentlich alles weiter wie bisher?

Das sieht sicherlich jeder anders, und das sei auch jedem freigestellt.

Für mich zumindest stellt ein solcher Moment auch eine Gelegenheit dar, über Vergangenes, Aktuelles und Zukünftiges zu reflektieren. Wo komme ich her, wo stehe ich gerade, wo gehe ich hin?

Wenn du mir einen Moment lang auf diesem gedanklichen Weg folgen magst, dann komm, ich nehme dich gerne mit.

Ich könnte euch Sachen erzählen …

Worüber könnte ich in Bezug auf die Vergangenheit sprechen? 

Soll ich den düsteren Weg durch die Probleme wählen, die mich immer wieder ereilen, so sehr ich mich auch dagegenstemme? Soll ich über Stress und Krankheiten sprechen, über persönliche Probleme mit Menschen, die mich – aus welchen Gründen auch immer – nicht leiden können? Über Streitigkeiten mit Auftraggebern, mit denen ich auf einer kreativen Ebene scheinbar nicht zusammenpasse? 

Das würde uns allzu schnell auf einen düsteren Pfad bringen, der uns letztendlich an einen finsteren Ort führt. Keine gute Idee.

Also suchen wir uns nur die positiven Dinge heraus? Das Gefühl, dass ich langsam, aber sicher immer mehr in meine Rolle als Autor, Podcaster und Blogger hineinwachse? Die Erfolge der letzten Zeit, die schönen Erlebnisse, die positive Verstärkung von Freunden und Kollegen? 

Das wiederum fühlt sich zu einseitig blauäugig an, ändert es doch nichts an allem anderen, was mir so passiert ist.

Nein, letztendlich möchte ich sowohl die positiven und negativen Dinge wahrnehmen, sie gegeneinander abwägen, ebenso wie die vielen anderen Ereignisse, die sich nicht so leicht kategorisieren lassen. Es gibt Momente, Personen und Themen, die ich im Endeffekt einfach ignorieren könnte, da sie mich nicht wirklich betreffen, sondern nur die Leute, die sich an ihnen aufreiben wollen.

Trotzdem kann ich mich eines Rückschlusses nicht entziehen:

Es gibt viel zu tun.

Im Moment bin ich an einem Punkt, wo sich vor mir die Dinge auftürmen, die es zu erledigen gilt.

Rezensionen, die ihrer Fertigstellung harren. Abenteuer und Quellenbücher, die geschrieben werden wollen. Spiele, Regelwerke und Geschichten, bei denen es mich juckt, sie endlich anzugehen.

Und ich muss nun entscheiden, in welcher Reihenfolge ich diese Aufgaben abarbeite, welche ich vielleicht noch ein wenig liegenlasse und welche ich gänzlich von mir weg schiebe.

Wenn ich den Punkt erreiche, an dem ich in einer Woche eigentlich zwei Wochen Arbeit und andere Verpflichtungen hinter mich bringen muss, kommt irgendwann der Moment, an dem ich mir überlegen sollte, ob ein „Muss“ vielleicht nur ein „Kann“ ist, oder gar ein „Muss nicht“.

Welche Person oder welcher Partner ist so bedeutend, dass die Sachen, die ich für sie erledigen will, in den Vordergrund rücken? Welches Projekt muss jetzt und genau JETZT angegangen werden? Und bei wem heißt es „Anfrage angekommen … Ignorieren eingeleitet!„? Auf Wiedersehen, du warst wohl doch nicht so wichtig…

Ich habe beschlossen, jetzt wird alles besser!

Genau das habe ich mir vorgenommen als Ziel für 2020.

Ich möchte mich um die Dinge kümmern, die mir wichtig sind, und ich möchte mich nicht mehr selbst zu Grunde richten, weil ich es irgendjemandem recht machen will, der mir im Grunde genommen egal ist.

Ich möchte nicht mehr für eine wie auch immer geartete „Karriere“ Dinge auf mich nehmen, die mir persönlich nichts bringen, und ich möchte lernen, Dinge, die mir eher Probleme bereiten, als dass sie sie gut für mich sind, tatsächlich zu ignorieren. Ich möchte hingegen mehr für die Personen tun, die mir sympathisch sind oder die mir am Herzen liegen.

Ich möchte mich um Projekte kümmern, die mir etwas bedeuten, auch wenn sie keinen Erfolg versprechen.

Und ich möchte viele spannende Dinge tun, auf die ich nachher mit Stolz zurückblicken kann.

Warum schreibe ich das alles?

Der wichtigste Grund ist natürlich ein ganz persönlicher: ein Text wie dieser hat für mich eine fast schon therapeutische Wirkung, das gebe ich gerne zu.

Ich sortiere in solchen Momenten meine Gedankengänge, bringe die schwirrenden Grübeleien in die richtige Reihenfolge, werde mir plötzlich einiger Dinge bewusst, die ich vorher nicht erkannt habe, und erkenne Ursachen und Wirkungen, die mir vorher so nicht klar waren.

Doch ich bin mir sicher, ich bin nicht der einzige, der sich diesen Gedanken stellen muss. Egal, ob es in meinem privaten oder beruflichen Umfeld ist, ich sehe viele Menschen, denen ich zurufen möchte: Ja, es funktioniert alles nicht gut, aber trotzdem, oder gerade deswegen, die Zeit für positive Gedanken ist gekommen, für den ersten Schritt aus der Finsternis ins Licht.

Für den Gedanken an sich selbst.

Ist ein Moment wie der Beginn der Zwanziger Jahre nun Grund genug, um sich solchen Überlegungen zu stellen? Oder sind das einfach nur die üblichen guten Vorsätze fürs neue Jahr, die man nach einer Woche wieder vergessen hat?

Das kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Und am Ende des Jahres werden wir wissen, wie viel wir erreicht haben.

Ich bin aber nicht bereit, mir die Hoffnung nehmen zu lassen.

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