Fantasy Filmfest Nights – The Void

Das Fantasy Filmfest hatte im Januar wieder einmal seine Pforten geöffnet.

Wobei, eigentlich stimmt das nicht, handelte es sich doch eigentlich eher um seine kleinen Geschwister, die sogenannten Fantasy Filmfest Nights. Immerhin boten diese aber die Möglichkeit, ein Wochenende lang neue und spannende Filme aus dem Phantastik-Bereich zu gucken. Um so ärgerlicher, dass es für mich diesmal nur zu einem einzigen Besuch mit zwei Filmen gereicht hat.

Der erste davon, Safe Neighborhood, war leider so weit von meinem persönlichen Geschmack entfernt, dass ich ihn lieber nicht bewerte (meine Mitstreiter fanden ihn allerdings ziemlich gut).

Der zweite Film jedoch, The Void, traf schon eher einen Nerv bei mir.

Inhalt – John Carpenter trifft H. P. Lovecraft

Sheriff Daniel Carter trifft auf seiner langweiligen Nacht-Streife auf einen Verletzten, der eine einsame Straße entlang humpelt. Er bringt den Mann zu einem nahegelegenen Krankenhaus, in dem jedoch nur noch eine Rumpfbesetzung und einige mehr oder weniger verzweifelte Patienten sind, da das Hospital am nächsten Tag geschlossen werden soll.

Doch kaum haben die beiden das Gebäude erreicht, tauchen davor Kultisten in weißen Roben auf, die jeden Fluchtversuch gewaltsam unterbinden.

Im Innern des Hauses beginnen sich die seltsamen Vorkommnisse zu häufen, die jedoch scheinbar nicht nur mit dem Verwundeten zusammen hängen. Die Eingesperrten müssen erkennen, dass sie einem größeren Grauen gegenüberstehen als nur ein paar messerschwingenden Götzenanbetern. Einem Unheil, das in den bizarren Kellerräumen auf sie lauert, in denen es vor kurzem einen verheerenden Brand gegeben hat.

Hintergrund

Die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Jeremy Gillespie und Steven Kostanski haben in den letzten Jahren einige eindrucksvolle Credits angesammelt. In den verschiedensten Positionen haben sie an Filmen wie Manborg – Retter der ZukunftCrimson PeakPacific Rim oder Suicide Squad mitgewirkt, aber in diesem Film zeigen sie überdeutlich, wie sehr sie den inzwischen klassischen Horror der Siebziger und Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts lieben, vor allem die Werken von John Carpenter oder Lucio Fulci. So übernehmen sie die Grundidee von Carpenters Assault – Anschlag bei Nacht, vermengen diese aber mit den wilden Phantasien eines H. P. Lovecraft und den Bildern des Italieners Fulci.

Diese Vorlieben treten im Verlauf des Films immer wieder zutage, und ihnen wird auch in der Form von guten alten handgemachten Blut- und Schleimeffekten gehuldigt, wie man sie auch in Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt erlebt hat.

Fazit

The Void bietet fiese Kreaturen, blutige Todesszenen und eine düstere Geschichte, letztendlich also alles, was man von einem Horrofilm der guten alten Zeit erwartet. Und dieser Cocktail aus Genrezitaten schmeckt auch heute noch überraschend gut.

Manchmal wünscht man sich ein etwas strafferes Tempo, und einige alte Filme werden etwas zu werkgetreu zitiert, so dass die Überraschungsmomente bisweilen auf der Strecke bleiben, doch das wird durch die ungemein atmosphärische Inszenierung größtenteils wieder ausgeglichen.

Letztendlich können Fans der aufgeführten Künstler bei The Void nicht viel falsch machen und sich auf einen gelungenen Grusel-Abend freuen.

P. S.: Der BluRay-Start des Films in Deutschland ist für den 19. Mai 2017 vorgesehen.

Hinweis:
Die Rezension erfolgt anhand einer selbst bezahlten Kinovorstellung.

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