Ein persönlicher Kommentar zur Endzeit

Das WELTENWerker-Konvent 2020 liegt jetzt etwas mehr als eine Woche zurück, und eigentlich wollte ich mich schon lange wieder zurückmelden, um davon zu berichten und um wieder in die Arbeit an verschiedenen Projekten einzusteigen.

Leider haben mich einige persönliche Angelegenheiten bislang sehr erfolgreich davon abgehalten, mich um viele Dinge zu kümmern, und vermutlich werden sie es auch noch eine ganze Weile tun. 

Es hat sich schon länger abgezeichnet, dass etwas in dieser Art passiert, und darum möchte ich allen, die mir geholfen haben, für die Unterstützung in der vergangenen Woche danken (ihr wisst, wer ihr seid).

Der Lockdown ist da

Zusätzlich zu diesen persönlichen Problemen lässt die aktuelle Entwicklung der Pandemie es fast schon unwirklich erscheinen, dass wir vor gerade einmal einer Woche noch eine Convention durchgeführt haben.

Ich kann nicht sagen, wie real die Gefahr durch Corona ist, und ich glaube, die wenigsten, die sich in den sozialen Medien äußern, die dort beschwichtigen, sich echauffieren oder gar Panik schüren, wissen wirklich mehr als ich.

Aber dennoch haben die angekündigten Maßnahmen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen vom 15. März 2020 dazu geführt, dass wir binnen einer Woche von einem normalen Land zu einem Quasi-Endzeit-Szenario geworden sind.

Letztendlich sollen wir daheim bleiben und das Haus nur noch verlassen, wenn es nötig ist. Keine öffentliche Kultur, kein gemeinsamer Sport, kein Abendessen mit Freunden im Restaurant … wir schließen uns ein und warten ab.

Die Zombiekalypse ist da!

Sind diese Maßnahmen sinnvoll oder notwendig?

Wie gesagt, ich kann es nicht beurteilen. Aber sie sind inzwischen eine Tatsache geworden, die unser Leben zumindest über die nächsten Wochen bestimmen wird. Doch muss das dazu führen, dass wir in Panik geraten?

Ich habe darüber nachgedacht, wie ich selbst darauf reagiere, wie ich mich in dieser Situation fühle, was in mir vorgeht. Werfe ich mich der Düsternis in die Arme oder renne ich blindlings lächelnd in die mögliche Gefahr? Betrachtet man die öffentliche Diskussion, so scheint es fast nur noch diese beiden Extreme zu geben.

„Hurra, hurra, die Panik ist da!“ oder „Es ist noch immer gutgegangen!“?

Ich glaube, es gibt noch einen dritten Weg. Ich glaube, wir alle können versuchen, mit der Situation und den Einschränkungen klar zu kommen und diese Zeit nicht zu einem Monat voller dunkler Wolken und Trübsal werden zu lassen.

Denken wir positiv!

Wir können alle etwas tun, um das Leben lebenswert zu halten.

  • Teilen wir nicht hektisch jede Neuigkeit, in der ein weiteres Szenario des Grauens heraufbeschworen wird.
  • Suchen wir nach Informationen, die aus verlässlichen Quellen kommen. 
  • Akzeptieren wir alle, dass der Peter von Facebook nicht dazu zählt.
  • Vor allem aber: schauen wir auf die Dinge, die uns zeigen, dass es weiter geht im Leben, dass es noch Schönheit in der Welt gibt.
    Es ist Frühling, und auch wenn das bedeutet, dass ich bald wieder Allergien bekomme, bringt es uns auch Blüten und Blumen.

Das Wichtigste ist aber, machen wir das Beste aus dieser Zeit.

  • Kümmern wir uns um die, die unsere Hilfe brauchen.
  • Beschützen wir die, die besonders gefährdet sind, indem wir uns von ihnen fernhalten.
  • Wenn wir sie nicht besuchen können, lasst uns mit ihnen telefonieren. 
  • Wenn Telefonieren nicht geht, schreiben wir sie an.
  • Wenn wir uns nicht an einen Spieltisch setzen können, spielen wir online.
  • Und kein Virus der Welt kann uns daran hindern, Texte zu schreiben, Podcasts zu machen und neue Spiele in die Welt zu setzen, für die Zeit, in der alles wieder „normal“ wird.

Wie gesagt, ich habe keine Ahnung, wie schlimm sich alles entwickelt oder wie harmlos alles bleibt.

Ich kann auch nicht beurteilen, ob dieser Text für jemanden dort draußen interessant ist, aber für mich war es wichtig zum Erhalt meiner geistigen Stabilität, mich mit meinen Gedanken zu diesem Thema zu beschäftigen und sie in eine gewisse Ordnung zu bringen.

Autoren denken so … wir schreiben, um zu verstehen. Uns selbst und die Welt.

Und vielleicht kann ja der eine oder andere tatsächlich ein paar positive Gedanken daraus ziehen, was mir währenddessen durch den Kopf gegangen ist.

Lasst uns die nächsten Wochen, so einzigartig sie in unserer Geschichte auch sein mögen, so gut wie möglich gemeinsam überstehen.

Und lasst sie uns nicht damit verbringen, uns um die letzte Rolle Toilettenpapier zu prügeln.


Wer sich über das Corona-Virus informieren möchte, kann dies jederzeit auf der Website des Robert-Koch-Instituts tun

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