Karneval der Rollenspielblogs Dezember 2018 – Kopfkino und Tagträume

Der Karneval der Rollenspielblogs ist eine monatliche Aufforderung, sich zu einem rollenspiel-relevanten Thema zu äußern, jeweils ausgerichtet von einem Blog, der das Thema vorgibt und die Arbeit des Zusammentragens übernimmt.

Im Monat Dezember 2018 wurde der Karneval ausgerichtet von Dnalors Fantasy-Blog, und zwar zum Thema:

Kopfkino und Tagträume

Es ist mal wieder Weihnachten, jene Zeit, in der die meisten von uns wahrscheinlich von einer Familienfeier zur anderen hetzen, Gedanken vor allem darauf verschwenden, ob man die richtigen Geschenke für Tante Lotti und Opa Jochen hat oder ob das gewählte Weihnachtsmenü auch alle Bedürfnisse der hungrigen Gäste abdeckt.

Kaum die richtige Zeit, um in das eigene Kopfkino zu fliehen oder sich in Tagträumen zu ergehen, oder?

Ich finde, doch …

„Da ist der Gedanke, fass ihn!“

Als Kreativer muss ich immer damit rechnen, dass mir eine Idee durch den Kopf schießt, sei es wegen irgendeiner Erzählung aus alter Zeit, wie ich sie Weihnachten zuhauf höre, sei es wegen einer Nachrichten- oder Dokumentarsendung, die ich in einem der wenigen Momente der Ruhe sehe, die sich mir bieten.
Es kann nur ein kleiner Funke sein, dem ich zunächst kaum Beachtung schenke, doch es ist wichtig, diesen Moment zu bewahren, den Gedanken zu fassen, bevor er sich verflüchtigt, vor allem dann, wenn ich keine Möglichkeit habe, ihn schriftlich festzuhalten.

Manchmal handelt es sich aber auch nur um ein kurzes Aufblitzen, das ich gar nicht zu Papier oder auf den Bildschirm bringen könnte, weil es noch keine festgefügten Worte hat.

„Schreib in deinem Kopf.“

Wenn es eine gute oder wichtige Idee war, dann habe ich gelernt, ihn zu bewahren, ohne ihn aufzuschreiben. Ich bewege ihn vorwärts und rückwärts durch meinen Kopf und nähere mich ihm auf verschiedene Arten, aus unterschiedlichen Richtungen.

Hier beginnen die Tagträume, die aus dem Funken eines Gedanken etwas anderes machen, die eine Idee zu einem Bild formen, das zuerst nur in meinem Hirn entsteht, das nirgendwo festgehalten wird.

Um das Bild meines Kopfkinos deutlicher zu machen, nutze ich jede freie Sekunde:

  • die wenige Zeit im Auto, wenn ich eine kurze Strecke fahre
  • die Ruhe vor dem nächsten Besucher, der mit mir Weihnachten begehen will
  • die kleinen Fluchten, die ich mir auch in den stressigsten Tagen einzurichten versuche
  • und nicht zuletzt die Minuten vor dem Einschlafen, wenn das Hirn noch etwas sucht, an dem es sich festhalten kann, bevor es mich in die wohlverdiente Nachtruhe entlässt

Wohin wird sich das Bild am Ende entwickeln? Vielleicht wird ein Charakter daraus, den ich in einer Geschichte verwenden kann, vielleicht ein Stück Magie oder ein technisches Gimmick, das Einzug in ein Abenteuer findet.

Doch mit jedem Gedanken, den ich darauf verwende, wird das Bild in meinem Kopf klarer, formt sich deutlicher vor meinem geistigen Auge.

„Sei bereit für Veränderungen.“

Der erste Funke hat sich jetzt zu einem kleinen oder größeren Gedankenkonstrukt entwickelt, zu einer Folge von Bildern in meinem ganz eigenen Kopfkino, die mir zeigen, wohin die Reise meiner Überlegungen führen könnte.

Ich bin bereit, diesen Wegen zu folgen, umarme die wildesten Einfälle, genieße die neuen Bilder, die sich daraus entwickeln. Auch wenn ich anfangs dachte, dass ich einem Beispiel für Zauberei auf der Spur war, wenn es sich irgendwann als Roboterwesen aus einer fernen Zukunft herausstellt, dann soll es wohl so sein. Manchmal geht die ursprüngliche Idee durch unbeschreibliche Mutationen, verändert sich so drastisch, dass ich sie kaum noch erkenne.

Aber ich lasse das zu, denn ich bin es, der ihr in meinen Tagträumen diese spezielle Form gibt, diese Gestalt, die nur ich mit meinen Gedanken ihr geben kann, und wenn etwas in mir davon überzeugt ist, dass dies der richtige Weg ist, warum sollte ich mir selbst widersprechen?

„Setz dich hin, schreib es nieder, in Ruhe und ohne Hast!“

Wenn der Gedanke zu Ende gedacht ist, der Tagtraum seine Bestimmung hat, wenn die Bilder des Kopfkinos klar und deutlich auf der mentalen Leinwand prangen, dann ist es Zeit, sie niederzulegen, wie in diesem Blog-Artikel, aber auch in einer Geschichte, einem Abenteuer, einem Rioman- oder Welten-Fragment.

Doch das ist eine Geschichte, die zu einer anderen Zeit erzählt werden soll.

„Trau dich zu träumen!“

Gerade in hektischen Zeiten wie diesen, in denen wir anscheinend nie die Zeit haben, uns mit unseren eigenen Gedanken zu beschäftigen und einen Traum in uns wachsen zu lassen, sollten wir es dann nicht gerade tun?

Und sei es nur, um der angeblich unausweichlichen Realität ein Schnippchen zu schlagen?

Wenn dein Geist dir sagt, dass du einem Traum folgen sollst, dann gönn dir diese Momente für dich selbst, nimm dir die Freiheit, einfach auch mal nur du zu sein, so wie ich gerade jetzt, wo ich diesen Text beende, während ich das Klappern der Topfdeckel und das Klingen der frisch aufgestellten Gläser unten höre.

Ich danke denen, die mir diese Zeit begeben haben.


Alle Beiträge zum Karneval der Rollenspielblogs Dezember 2018
findet ihr übrigens bei Dnalors Fantasy-Blog und im Forum von RSP-Blogs.de.

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